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1913 - 1929

Mit einem Knoten fing alles an.

Die technische Zuverlässigkeit des CLAAS Knoters machte aus dem Strohbinder ein echtes Qualitätsprodukt und ließ die Nachfrage nach soliden und robusten Strohbindern aus Westfalen rasant ansteigen. Der Grundstein für den späteren Erfolg des Unternehmens war gelegt worden.

1913 - 1929

Mit einem Knoten fing alles an.

Die technische Zuverlässigkeit des CLAAS Knoters machte aus dem Strohbinder ein echtes Qualitätsprodukt und ließ die Nachfrage nach soliden und robusten Strohbindern aus Westfalen rasant ansteigen. Der Grundstein für den späteren Erfolg des Unternehmens war gelegt worden.

Mit einem Knoten fing alles an

Am 8. April 1913, im Alter von 25 Jahren, gründete August Claas ein eigenes Unternehmen. Auf dem Hof der Familie in Clarholz produzierte er gemeinsam mit seinen drei Brüdern - Bernhard, Franz und Theo - Strohbinder für die Landwirtschaft. Der 1921 und 1923 patentierte Knoter, der über eine hohe Bindesicherheit verfügte, machte das Unternehmen schließlich bekannt. Der Knoter wurde zum Firmenzeichen erhoben und legte den Grundstein für die weitere Entwicklung der Firma.

CLAAS Strohbinder aus der Zeit um 1900, aufgestellt auf dem Claas’schen Familienhof in Heerde. In der Schmiede seines Vaters lernte der junge August Claas (links) viel über Funktion und Technik des Strohbinders.

Wäre der sogenannte Knoter nicht gewesen, so hätte die Geschichte von CLAAS möglicherweise einen anderen Verlauf genommen. Alles begann in einer kleinen Bauernschaft namens Clarholz-Heerde im östlichen Westfalen. Vor dem Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten des Familienbetriebs von Vater Franz Claas Senior gründete der damals 25-jährige August Claas im Sommer 1913 ein Kleinunternehmen unter eigenem Namen. Eigentlicher Zweck der Firmengründung war es, den Familienbesitz zu retten, der zu versteigern werden drohte. Auf dem Briefbogen des Vaters, auf dem er den Vornamen Franz durchstrich und mit August überschrieb, teilte er dem zuständigen Amt „ergebenst mit, dass ich seit dem 8. April 1913 für mich ein Gewerbe betreibe. Ich beschäftige 2 Schlosser, 1 Hilfsarbeiter und fabriziere Strohbinder. Hochachtungsvoll August Claas.“

Bei den genannten Mitarbeitern handelte es sich um keine Geringeren als seine drei Brüder Bernhard, Franz Junior und Theo Claas. Sie traten dem Unternehmen ein halbes Jahr später offiziell bei, das fortan unter dem Namen „Gebrüder Claas“ firmierte (Theo als jüngster Bruder wurde erst 1940 offiziell Firmenteilhaber). Man begann, womit die Brüder im väterlichen Betrieb bereits erste Erfahrungen gesammelt hatten, nämlich mit der Reparatur und Herstellung von Strohbindern. Doch den vier Brüdern blieb wenig Zeit, um ihre Unternehmung voranzutreiben.

Im Sommer des Jahres 1914 verdunkelten sich die Wolken über Europa und dem Rest der Welt. Der Erste Weltkrieg brach aus. Auch die Claas-Brüder wurden zum Militärdienst eingezogen, und ihr neu gegründetes Unternehmen musste vorerst ruhen. Während ihrer Abwesenheit konnten sie nicht verhindern, dass das Familienanwesen in Heerde aufgrund von Ansprüchen eines Bauern über 85 Mark und eines Tischlermeisters über 196,30 Mark letztlich doch zwangsversteigert wurde. Haus und Hof gingen mit dem gesamten lebenden und toten Inventar in den Besitz eines Warendorfer Kohlen- und Holzhändlers über.

Die Gebrüder Claas kehren unversehrt zurück

Pionierzeit in Harsewinkel. Am 7. Juli 1919 kauften die Brüder Claas dieses alte Hartsteinwerk an der Münsterstraße in Harsewinkel. Es wurde zum Fabrikgebäude für Landmaschinen umgebaut.

Glücklicherweise kehrten alle vier Söhne unversehrt aus dem Krieg zurück. Die Familie hatte im benachbarten Harsewinkel zwischenzeitlich ein neues Domizil finden können. Dort befand sich am Ortsausgang ein stillgelegtes Hartsteinwerk mit 1.500 m² Grundstücksfläche – für August und seine Brüder der perfekte Ort, um den unternehmerischen Neuanfang zu wagen. Die Brüder kauften das stillgelegte Gebäude, in dem zuvor Kalksandsteine hergestellt wurden. Bezahlt wurde die Immobilie mit dem gesparten Wehrsold und zusätzlich aufgenommenen Krediten.

Der Weg zu einer funktionierenden Fabrik war jedoch sehr steinig. Notwendige Maschinen wie Drehbänke, Bohrer, Hobelbänke mussten mit Hilfe guter Beziehungen zusammengekauft werden. Schritt für Schritt nahmen die Brüder die Strohbinderproduktion wieder auf. August Claas erinnerte sich: „Wir bauten zunächst keine neuen Strohbinder, weil so kurz nach dem Krieg das notwendige Material nicht zu haben war. Wir kauften vielmehr gebrauchte Strohbinder, die arbeitslos herumstanden, weil es in Deutschland kein Bindegarn gab. Diese Strohbinder überholten wir gründlich und verkauften sie anschließend.“ Mit den ersten abgesetzten Maschinen konnten die Brüder weitere dringend benötigte Rohstoffe erwerben. Holz, Metall, aber auch neue Arbeitsgeräte. Die Räume des alten Hartsteinwerks füllten sich allmählich mit Leben und geschäftiger Produktion.

Die Anerkennung der DLG bringt den Durchbruch

Der patentierte Knoter wurde zum Markenzeichen und machte das Unternehmen CLAAS weltbekannt.

Ein Kernproblem des Strohbinders blieb jedoch bestehen, das sich durch die schlechte Materialversorgung im Krieg noch verschlimmert hatte. Mit der immer schlechter werdenden Qualität des Bindegarns wuchs die Unzuverlässigkeit der Bindung bei Stroh- wie auch an Mähbindern mehr und mehr. Häufige Fehlbindungen und Aussetzer der Maschinen waren die Folge, was für die betroffenen Landwirte in der Erntezeit zu einem großen Ärgernis werden konnte. Dies veranlasste August Claas, sich intensiv mit der Knotertechnik auseinanderzusetzen. Schließlich gelang es ihm, 1921 seine erste Erfindung auf einen eigenen Knoterapparat zum Patent anzumelden, dem 1923 das entscheidende Patent auf die „begrenzt schwenkbare Oberlippe“ folgte.

1924 führte die DLG eine Hauptprüfung für Bindemäher durch. Daran beteiligten sich neun deutsche Hersteller von Bindemähern, darunter CLAAS mit seinem neuen Knoter. Die technische Zuverlässigkeit des Claas’schen Knoters konnte die Juroren überzeugen. Im Abschlussbericht auf der DLG-Herbsttagung in Würzburg stellte Geheimratsmitglied Prof. Dr. Ing. Gustav Fischer von der Technischen Universität in Berlin fest: „Allen überlegen ist der Knüpfer von Gebrüder CLAAS in Harsewinkel, weil er sowohl ganz dünnes als auch ganz dickes Bindegarn benutzen kann. Der Knüpfer ist ein Fortschritt von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.“

Der CLAAS Knoter erwies sich im Folgenden nicht nur für den Landwirt, der ihn nutzte, von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, sondern auch für das Unternehmen selbst. Denn die Nachfrage nach den zuverlässig arbeitenden Strohbindern aus dem Hause CLAAS war groß. Der Ausbau der Strohbinderfabrikation mit dem Claas’schen Knüpfapparat führte schon bald dazu, dass die Einfuhr von Strohbindern aus dem Ausland zum Erliegen kam und man sich darüber hinaus sogar bedeutende Anteile auf diesen Märkten sichern konnte. Strohbinder und Knoter entwickelten sich zum Verkaufsschlager und Markenzeichen des Harsewinkeler Unternehmens. 1930 konnte bereits der 10.000ste Strohbinder verkauft werden. Der wirtschaftliche Durchbruch für das junge Unternehmen war geschafft. Damit war der finanzielle Grundstock gelegt, um sich jener großen Idee zu widmen, die das Ernteverfahren in Europa für immer grundlegend verändern sollte.

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